Heizstrahler in der Gastronomie: Wie Sie Ihre Außenterrasse ganzjährig nutzbar machen

Heizstrahler in der Gastronomie: Wie Sie Ihre Außenterrasse ganzjährig nutzbar machen

Für viele Restaurants, Cafés und Bars ist die Außenterrasse mehr als nur ein Sommerangebot – sie ist ein entscheidender Umsatzfaktor. Mit dem richtigen Infrarot-Heizstrahler verlängern Sie die Saison um Wochen, manchmal sogar Monate. In diesem Beitrag erfahren Sie sachlich und praxisnah, worauf Gastronomen beim Kauf, bei der Installation und beim Betrieb achten sollten – von der Wärmeberechnung bis zur rechtlichen Situation.

Warum Infrarot-Heizstrahler die erste Wahl für die Gastronomie sind

Klassische Gas-Heizstrahler waren jahrzehntelang Standard in der Außengastronomie. Doch elektrische Infrarot Terrassenheizungen haben sich in den letzten Jahren stark durchgesetzt. Die Gründe:

  • Keine Gasflaschen-Logistik
  • Keine offene Flamme – höhere Sicherheit
  • Sofortige Wärme ohne Vorheizen
  • Niedrigere Betriebskosten
  • Keine direkten CO₂-Emissionen am Einsatzort
  • Weniger Wartungsaufwand
  • Leiserer Betrieb

Gerade in Innenstädten, wo Brandschutzauflagen streng sind und Gasflaschen problematisch sein können, sind elektrische Strahler oft die einzig praktikable Lösung.

Wärmebedarf in der Gastronomie richtig berechnen

In der Gastronomie gelten andere Maßstäbe als zu Hause. Gäste sitzen oft länger ruhig, tragen leichtere Kleidung als beim Spaziergang und erwarten konstanten Komfort. Faustregel:

120–150 Watt pro m² Sitzfläche – je nach Witterung und Überdachung.

Beispielrechnung: Restaurant mit 40 Außenplätzen

  • Sitzfläche: ca. 50 m² (10 Tische à 5 m²)
  • Grundbedarf: 50 × 130 W = 6.500 W
  • Empfehlung: 4 × 2.000-W-Strahler oder 6 × 1.500-W-Strahler

Die Verteilung ist entscheidend: lieber mehrere kleinere Geräte über die Fläche verteilt, statt ein einzelnes leistungsstarkes Modell zentral.

Welche Heizstrahler-Typen passen in die Gastronomie?

Wand-Heizstrahler

Wand-Heizstrahler sind die klassische Lösung für Gastronomieterrassen. Sie nehmen keinen Bodenplatz weg, sind diebstahlsicher montiert und sehr unauffällig.

Ideal für: Cafés mit Hauswand, schmale Terrassen, Innenhöfe.

Hänge-Heizstrahler

Hänge-Heizstrahler eignen sich besonders für Bereiche unter Pergolen, Markisen oder offenen Decken. Sie erwärmen punktgenau Tische oder Sitzgruppen.

Ideal für: Biergärten mit Überdachung, Lounge-Bereiche, überdachte Außenterrassen.

Sonnenschirm-Heizstrahler

Sonnenschirm-Heizstrahler werden direkt am Schirmstock befestigt und versorgen die Tischrunde von oben. Sie sind flexibel und bei wechselndem Wetter schnell umgesetzt.

Ideal für: Biergärten, Cafés mit Sonnenschirmen, mobile Bestuhlung.

Stand-Heizstrahler

Stand-Heizstrahler sind die flexibelste Lösung – allerdings auch die platzintensivste. Sie eignen sich für Events, Pop-up-Gastronomie oder Bereiche ohne Montagemöglichkeit.

Ideal für: Events, temporäre Außenbereiche, Stadtfeste.

Gas-Heizstrahler

Klassische Gas-Heizstrahler haben in bestimmten Situationen weiterhin ihre Berechtigung – etwa wenn kein Stromanschluss verfügbar ist oder eine bestimmte Atmosphäre gewünscht wird. Prüfen Sie aber unbedingt die lokalen Brandschutzvorschriften.

Vergleichstabelle: Welcher Typ für welche Gastro-Situation?

Situation Empfohlener Typ Begründung
Café mit Hauswand Wand-Heizstrahler Platzsparend, diebstahlsicher
Überdachte Terrasse Hänge-Heizstrahler Effiziente Wärmeverteilung
Biergarten mit Schirmen Sonnenschirm-Heizstrahler Tischgenaue Wärme
Wechselnde Bestuhlung Stand-Heizstrahler Flexibel verschiebbar
Ohne Stromanschluss Gas-Heizstrahler Autark einsetzbar

IP-Schutzart in der Gastronomie

Für den professionellen Außeneinsatz ist eine hohe IP-Schutzart Pflicht. Empfehlung:

  • Mindestens IP44 für überdachte Bereiche
  • IP55 oder höher für offene Terrassen
  • IP65 für Standorte mit häufiger Reinigung per Wasserstrahl

Höhere Schutzarten verlängern die Lebensdauer erheblich und reduzieren Ausfallzeiten – ein wichtiger Faktor, wenn der Heizstrahler täglich im Einsatz ist.

Smart-Steuerung: Effizienz für den Profi-Einsatz

Gerade in der Gastronomie zahlt sich ein Smart-Heizstrahler doppelt aus:

  • Zentrale Steuerung mehrerer Geräte per App
  • Zeitpläne passend zu Öffnungszeiten
  • Verbrauchsdaten für die Kostenkontrolle
  • Gruppen-Schaltung pro Tisch oder Bereich
  • Schnelle Reaktion bei Wetteränderungen

Das Personal muss nicht jeden Strahler einzeln bedienen, und das Risiko vergessener Geräte nach Geschäftsschluss sinkt deutlich.

Stromkosten realistisch kalkulieren

Bei einem Strompreis von rund 30 Cent/kWh (Gewerbestrompreise können abweichen) ergibt sich folgende Beispielrechnung:

Anlage Betriebsstunden/Tag Saison Stromkosten/Saison
6 × 1.500 W = 9 kW 6 h 180 Tage ca. 2.900 €
4 × 2.000 W = 8 kW 5 h 180 Tage ca. 2.160 €
8 × 2.000 W = 16 kW 6 h 180 Tage ca. 5.180 €

Diese Kosten lassen sich durch Zeitsteuerung, Heizstufenregelung und intelligentes Personal-Management um 20–30 % senken. Ein einziger zusätzlicher Tisch pro Abend deckt diese Investition meist mehrfach.

Rechtliche Aspekte: Was Gastronomen wissen müssen

Brandschutz

Heizstrahler müssen einen Mindestabstand zu brennbaren Materialien einhalten – meist 1 Meter zur Seite, 0,5 Meter nach oben. Bei Gas-Geräten gelten strengere Vorgaben. Prüfen Sie die Herstellerangaben und lokale Vorschriften.

Genehmigungen

In manchen Kommunen ist die Aufstellung von Heizstrahlern auf öffentlichem Grund (z. B. Schanigärten) genehmigungspflichtig oder eingeschränkt. Informieren Sie sich beim zuständigen Ordnungsamt.

Energieeffizienz und Umweltauflagen

In einigen Städten Deutschlands und in mehreren EU-Ländern gibt es Diskussionen oder bereits Einschränkungen bei Gas-Heizstrahlern. Elektrische Strahler sind hier rechtlich unkomplizierter, zumal sich diese mit Ökostrom betreiben lassen.

Arbeitsschutz

Personal muss in die sichere Bedienung eingewiesen werden. Defekte Geräte sind sofort außer Betrieb zu nehmen.

Praktische Tipps für den Gastro-Alltag

  1. Strahler vor Ankunft der Gäste einschalten – idealerweise per Zeitschaltung 15 Minuten vor Öffnung.
  2. Heizstufen nutzen: Bei milden Abenden reicht oft die niedrigste Stufe.
  3. Reinigung nach Saisonschluss: Reflektoren staubfrei halten – das verbessert die Effizienz.
  4. Schutzhüllen verwenden: Schutzhüllen verlängern die Lebensdauer deutlich.
  5. Backup einplanen: Ein zusätzlicher Strahler in Reserve verhindert Ausfälle an wichtigen Abenden.
  6. Personal schulen: Klare Anweisungen zu Einschaltzeit, Heizstufe und Abschaltung.
  7. Wartung dokumentieren: Regelmäßige Sichtprüfung auf Kabelschäden und Verschmutzungen.

Fazit

Für die Gastronomie ist eine durchdachte Infrarot Terrassenheizung ein echter Umsatzhebel. Elektrische Heizstrahler überzeugen durch geringe Betriebskosten, hohe Sicherheit und einfache Steuerung. Wand- und Hänge-Modelle sind in den meisten Fällen die effizienteste Wahl, während Sonnenschirm- und Stand-Modelle für mehr Flexibilität sorgen. Mit der richtigen Auslegung, smarter Steuerung und durchdachtem Personal-Management verlängern Sie nicht nur die Saison – Sie schaffen auch ein Wohlfühlerlebnis, das Gäste bewusst suchen und gerne dafür bezahlen.

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