IP-Schutzarten bei Heizstrahlern: IP24 bis IP65 erklärt

IP-Schutzarten bei Heizstrahlern: IP24 bis IP65 erklärt

Was bedeutet die IP-Schutzart?

Die Abkürzung IP steht für „International Protection“. Direkt dahinter folgen normalerweise zwei Ziffern.

Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen Berührung und feste Fremdkörper. Die zweite Ziffer gibt an, wie gut das Gerät gegen Wasser geschützt ist. Bei einem Heizstrahler für die Terrasse ist vor allem die zweite Ziffer wichtig, weil Feuchtigkeit, Spritzwasser und Regen im Außenbereich eine Rolle spielen.

Beispiel: Ein Gerät mit IP55 besitzt:

  • die Schutzstufe 5 gegen Staub und feste Fremdkörper;
  • die Schutzstufe 5 gegen Strahlwasser;
  • einen höheren Feuchtigkeitsschutz als ein Gerät mit IP24 oder IP34.

Die IP-Schutzart beschreibt nur den geprüften Gehäuseschutz. Sie sagt nicht, dass ein Heizstrahler unter allen Umständen dauerhaft im Regen bleiben darf. Montageanleitung, vorgeschriebene Abstände und Ausrichtung bleiben immer verbindlich.

Die beiden IP-Ziffern einfach erklärt

Ziffer Schutz gegen Fremdkörper Ziffer Schutz gegen Wasser
2 Geschützt gegen feste Körper ab 12,5 mm 4 Geschützt gegen Spritzwasser
3 Geschützt gegen feste Körper ab 2,5 mm 5 Geschützt gegen Strahlwasser
4 Geschützt gegen feste Körper ab 1 mm 6 Geschützt gegen starkes Strahlwasser
5 Staubgeschützt

6 Staubdicht

Ein Heizstrahler mit IP24 ist somit gegen größere feste Fremdkörper und Spritzwasser geschützt. IP55 bedeutet dagegen, dass das Gehäuse staubgeschützt ist und Strahlwasser aus verschiedenen Richtungen verträgt.

Die Schutzart muss immer vollständig gelesen werden. IP44 und IP54 besitzen beispielsweise den gleichen Wasserschutz, unterscheiden sich aber beim Schutz gegen feste Fremdkörper.

IP24, IP34, IP44, IP55 und IP65 im Vergleich

IP24: für gut geschützte Montageplätze

IP24 kommt bei Heizgeräten vor, die gegen Spritzwasser geschützt sind, aber nur einen begrenzten Schutz gegen feste Fremdkörper bieten. Für eine offene, ungeschützte Terrasse ist diese Schutzart meist nicht die naheliegendste Wahl.

Ein IP24-Heizstrahler kann je nach Hersteller für einen trockenen, vollständig überdachten Platz geeignet sein. Er sollte nicht dort montiert werden, wo Wind Regen unter die Überdachung treiben kann.

IP34: Spritzwasserschutz mit besserem Fremdkörperschutz

IP34 bietet ebenfalls Schutz gegen Spritzwasser. Die erste Ziffer ist jedoch höher als bei IP24. Das Gehäuse ist gegen kleinere feste Fremdkörper geschützt.

Auch IP34 sollte vorzugsweise an einem geschützten Montageplatz eingesetzt werden. Prüfen Sie besonders genau, welche Montagehöhe und Ausrichtung der Hersteller vorschreibt.

IP44: gängige Schutzart für geschützte Außenbereiche

IP44 wird häufig bei Elektrogeräten für den Außenbereich verwendet. Ein IP44-Heizstrahler ist gegen feste Fremdkörper ab einem Millimeter und gegen Spritzwasser geschützt.

Diese Schutzart kann für eine überdachte Terrasse, einen geschützten Balkon oder eine geschlossene Veranda geeignet sein. Direkter, anhaltender Regen sollte trotzdem vermieden werden, sofern der Hersteller keine abweichende Freigabe erteilt.

Auch Zubehör muss zum Außenbereich passen. Verwenden Sie beispielsweise ein geeignetes IP44-Verlängerungskabel für den Außenbereich, wenn die vorhandene Steckdose nicht direkt erreichbar ist.

IP55: guter Schutz für wechselnde Außenbedingungen

IP55 bietet einen deutlich robusteren Schutz gegen Staub und Wasser. Das Gehäuse ist staubgeschützt und gegen Strahlwasser geschützt.

Diese Schutzart ist für Terrassenheizstrahler besonders interessant, wenn der Montageplatz zwar überdacht ist, aber seitlich Feuchtigkeit oder verwehter Regen auftreten kann. Die Heatix Smart Golden Shadow- und Smart Carbon Fiber-Wandmodelle verfügen beispielsweise über IP55.

Neben der Schutzart bieten diese Modelle bis zu neun Wärmestufen, App-Steuerung über Tuya, eine Fernbedienung und einen Timer. Dadurch lässt sich die Wärmeleistung genauer an Temperatur, Wind und Sitzabstand anpassen als bei Geräten mit nur zwei oder drei Leistungsstufen.

Eine Übersicht finden Sie bei den smarten Heizstrahlern für die Terrasse.

IP65: hoher Schutz gegen Staub und Wasserstrahlen

IP65 bedeutet, dass ein Gehäuse staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt ist. Diese Schutzart wird häufig bei Produkten verwendet, die stärker exponierten Außenbedingungen ausgesetzt sein können.

Trotzdem ist IP65 kein Freibrief für jede Position. Anschlüsse, Steckverbindungen, Kabel und Wanddurchführungen müssen ebenfalls fachgerecht geschützt sein. Außerdem gelten weiterhin die Montagevorgaben des Herstellers.

Welche Schutzart passt zu welchem Montageort?

Die folgende Übersicht dient als praktische Orientierung. Die endgültige Entscheidung sollte immer anhand der Produktanleitung getroffen werden.

Montageort Sinnvolle Orientierung Worauf Sie achten sollten
Vollständig geschlossene Veranda IP24 oder höher, falls freigegeben Keine direkte Nässe, ausreichende Belüftung
Tief überdachte Terrasse Häufig IP34 oder IP44 Regen kann seitlich eindringen
Überdachter, seitlich offener Sitzplatz Vorzugsweise IP44 oder IP55 Wetterseite und Windrichtung prüfen
Offene Terrasse Möglichst hoher Wetterschutz Nur ausdrücklich freigegebene Außenmodelle
Balkon unter einem darüberliegenden Balkon Häufig IP44 oder IP55 Tropfwasser und verwehter Regen beachten
Gastronomische Außenfläche Robuste Außenklasse, oft IP55 Intensive Nutzung und feste Installation

Ein hoher IP-Wert ist besonders sinnvoll, wenn ein Infrarot-Heizstrahler dauerhaft an der Wand oder Decke montiert bleibt. Mobile Geräte können nach Gebrauch leichter trocken eingelagert oder mit einer passenden Schutzhülle für Terrassenheizstrahler geschützt werden.

Eine Schutzhülle ersetzt jedoch keine geeignete IP-Schutzart. Das Gerät muss vor dem Abdecken vollständig ausgeschaltet und abgekühlt sein.

Wand-, Stand- und Hängeheizstrahler richtig beurteilen

Wandheizstrahler

Ein Wandmodell hängt häufig dauerhaft draußen. Deshalb sollten Sie neben der IP-Schutzart auch die Wetterseite, die Montagehöhe und den Neigungswinkel berücksichtigen.

Unter einer tiefen Überdachung ist ein Infrarot-Heizstrahler zur Wandmontage besser geschützt als an einer frei stehenden Außenwand. Regenwasser darf nicht über das Kabel in den Anschluss laufen.

Bei der Montage sollte das Kabel nach unten geführt werden. Eine sogenannte Tropfschlaufe kann verhindern, dass Wasser am Kabel entlang zum Anschluss läuft.

Standheizstrahler

Ein Infrarot-Standheizstrahler ist flexibel positionierbar. Dadurch können Sie ihn bei schlechtem Wetter an einen geschützten Ort stellen.

Achten Sie besonders auf einen stabilen Stand, ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien und eine trockene Steckverbindung. Wind beeinflusst nicht nur die Stabilität, sondern auch den wahrgenommenen Wärmekomfort.

Infrarot erwärmt hauptsächlich Menschen und Oberflächen, nicht die gesamte Umgebungsluft. Trotzdem kann starker Wind die Wärmeabgabe an der Haut deutlich reduzieren.

Hängeheizstrahler

Ein hängender Heizstrahler für die Terrasse befindet sich normalerweise unter einem Dach, einer Pergola oder einem Pavillon. Dort ist er von oben gut geschützt, kann aber seitlich weiterhin Feuchtigkeit ausgesetzt sein.

Prüfen Sie, ob die Konstruktion das Gewicht tragen kann und ob der Mindestabstand zum Tisch, zu Dekorationen und zum Dach eingehalten wird. Bei einem Modell mit Beleuchtung müssen sowohl Heiz- als auch Lichtfunktion für den vorgesehenen Außenbereich geeignet sein.

Schutzart, Leistung und Stromanschluss gemeinsam prüfen

Die IP-Schutzart ist nur ein Teil der Auswahl. Ein Heizstrahler muss auch zur Größe des Sitzbereichs, zum Abstand und zur elektrischen Installation passen.

Für eine kleine, gut geschützte Sitzecke kann ein Modell mit 1.500 oder 2.000 Watt ausreichend sein. Bei einem größeren oder seitlich offenen Bereich werden häufig 2.500 oder 3.000 Watt gewählt. Quadratmeterangaben sind nicht genormt und sollten deshalb nur als Orientierung betrachtet werden.

Als realistische Einschätzung sollten Sie immer zwischen zwei Zonen unterscheiden:

  • Komfortzone: der Bereich, in dem Personen bei normaler Beschattung und passendem Abstand deutlich Wärme spüren;
  • maximale Zone: der größere Bereich, der nur bei günstigen Bedingungen, wenig Wind und guter Ausrichtung erreicht wird.

Auch die Stromkosten lassen sich einfach berechnen. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,40 Euro pro Kilowattstunde ergeben sich bei voller Leistung ungefähr folgende Kosten:

Leistung Stromkosten pro Stunde
1.500 Watt ca. 0,60 €
2.000 Watt ca. 0,80 €
2.500 Watt ca. 1,00 €
3.000 Watt ca. 1,20 €

An einem üblichen 230-Volt-Anschluss mit 16-Ampere-Absicherung stehen theoretisch rund 3.600 Watt zur Verfügung. Ein einzelner Heizstrahler mit 3.000 Watt ist daher grundsätzlich möglich. Zwei Heizstrahler mit jeweils 2.000 Watt sollten jedoch nicht gemeinsam an demselben Stromkreis betrieben werden.

Weitere Unterstützung bei Leistung, Modelltyp und Montageort bietet die Entscheidungshilfe für Terrassenheizstrahler.

Fünf praktische Regeln für die Auswahl

  1. Beurteilen Sie den tatsächlichen Montageort. Eine Überdachung schützt nicht automatisch gegen seitlich einfallenden Regen.
  2. Lesen Sie beide Ziffern der IP-Klasse. Die erste betrifft Fremdkörper und Staub, die zweite den Wasserschutz.
  3. Beachten Sie die Herstellerfreigabe. Ein hoher IP-Wert ersetzt nicht die Montageanleitung.
  4. Schützen Sie auch Kabel und Steckverbindungen. Die Installation ist nur so wetterfest wie ihre schwächste Komponente.
  5. Wählen Sie nicht ausschließlich nach der IP-Zahl. Wärmeleistung, Heizstufen, Montagehöhe, Bedienung und Stromkreis sind ebenso wichtig.

Fazit: Für viele Terrassen ist IP55 eine praktische Wahl

Für einen trockenen, tief überdachten Bereich kann je nach Hersteller bereits IP24, IP34 oder IP44 ausreichen. Je offener die Terrasse ist und je häufiger Feuchtigkeit seitlich eindringt, desto sinnvoller wird ein robusterer Schutz wie IP55.

IP55 bietet bei einem dauerhaft montierten Terrassenheizstrahler einen guten Schutz gegen Staub und Strahlwasser. Entscheidend bleibt jedoch die Kombination aus geeigneter Schutzart, korrekter Montage und einer wetterfesten Stromversorgung.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Wattzahl. Ein Modell mit mehreren Heizstufen lässt sich bei mildem Wetter niedriger einstellen und bei sinkender Temperatur gezielt erhöhen. Der Heatix Smart Golden Shadow 2500W bietet beispielsweise neun Wärmestufen – bei vielen Modellen dieser Preisklasse sind es zwei oder drei.

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